#1 BILD // Die Rokeby Venus – Diego Velázquez (1647–1651)
Das berühmte Gemälde von Diego Velázquez aus der National Gallery in London. Es zeigt die nackte Liebesgöttin Venus von hinten, deren Gesicht sich verschwommen im Spiegel blickt. 1906 erwarb der britische Staat das Kunstwerk für die Rekordsumme von 45.000 Pfund – eine Summe, die 1914 die Wut der Suffragetten entfachte.
(c) Gemeinfrei (Public Domain / National Gallery London)
#2 Bild // Polizeifoto Mary Richardson (10. März 1914)
Das originale Erkennungsdienstliche Foto (Mugshot) der Londoner Special Branch, aufgenommen unmittelbar nach Mary Richardsons Verhaftung in der National Gallery am 10. März 1914. Ihr Blick ist ruhig, gefasst und ungerührt.
(c) Gemeinfrei (Public Domain / UK Metropolitan Police Archive)
#3 Bild // Beschädigung der Rokeby Venus (März 1914)
Zeitungsdokumentation aus der „Illustrated London News“ vom 14. März 1914. Sie zeigt die Spuren von Mary Richardsons Protest: Sieben tiefe Schnittwunden quer über den Rücken der gemalten Venus, bevor sie vom Aufseher überwältigt werden konnte. (c) Gemeinfrei (Public Domain / Illustrated London News Archives 1914)
#4 Bild // Edith Garrud und die Suffragetten-Leibgarde
Ein spektakuläres Zeitdokument der militanten Frauenbewegung: Die nur 1,50 Meter große Kampfsportlerin Edith Garrud bildete ab 1913 die 25-köpfige Frauen-Leibgarde („The Bodyguard“) der Suffragetten-Anführerin Emmeline Pankhurst in Jujitsu aus . Unter ihren weiten, edwardianischen Röcken versteckten die Aktivistinnen Holzkeulen, um Polizisten bei Festnahmeversuchen auszuhebeln . Die dramatische Schlacht in Glasgow am 9. März 1914, bei der Pankhurst trotz des Eintrags der Leibgarde gewaltsam festgenommen wurde, war der unmittelbare Auslöser für Mary Richardsons Beil-Anschlag auf die Rokeby Venus am darauffolgenden Morgen.
(c) Suffragette Movement Archives / Museum of London (Public Domain)
#5 Bild // Gefängnisakte Zwangsernährung – UK National Archives
Ein erschütterndes Zeitdokument aus den britischen Nationalarchiven (Source 17: Forcible Feeding, HO 144/1194/220196): Ein Protestbrief vom 16. April 1912 an den britischen Innenminister Reginald McKenna gegen die brutale Praxis der Zwangsernährung in den Gefängnissen. Suffragetten wie Mary Richardson traten bei ihren zahlreichen Haftstrafen immer wieder in den Hungerstreik, um den Status als politische Gefangene einzufordern. Die Obrigkeit reagierte mit Gewalt und schmerzhaften Magensonden. Diese körperliche Folter – später verstärkt durch den berüchtigten „Cat and Mouse Act“ von 1913 – war die unmittelbare Triebfeder hinter Mary Richardsons Radikalisierung.
(c) UK National Archives (HO 144/1194/220196 / Public Domain)
#6 Bild // Oswald Mosley bei BUF-Kundgebung in East London (1936)
Oswald Mosley, der Gründer der British Union of Fascists (BUF), bei einer Kundgebung in East London. Mary Richardson schloss sich 1933 Mosleys Bewegung an und übernahm ab 1934 die Leitung der Frauen-Sektion der Blackshirts – eine tief verstörende und widersprüchliche Wendung im Leben der ehemaligen Radikal-Feministin.(c) Imagno / Getty Images (Historisches Bildarchiv)
#7 Bild // Verhaftung von Emmeline Pankhurst (9. März 1914)
Die gewaltsame Festnahme der Suffragetten-Anführerin Emmeline Pankhurst in Glasgow am 9. März 1914. Die Bilder der geschwächten, weggeschleiften Frau in den Tageszeitungen waren Mary Richardsons direkter Auslöser, am nächsten Morgen mit dem Beil in die National Gallery zu marschieren. (c) Gemeinfrei (Public Domain / Daily Mirror Archive 1914)